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"Der Tod ist keine Terminfrage". Neue forsa-Umfrage im Auftrag der DGHS: Nur jeder Zehnte hat mit einer Patientenverfügung vorgesorgt

Augsburg, 31.10.2003 (DGHS in Augsburg). Die Mehrheit der Bundesbürger (53 %) weiß nach eigenen Angaben, was eine Patientenverfügung ist. 47 Prozent wissen es nicht. Dies ist das Ergebnis einer neuen Repräsentativ-Umfrage durch forsa im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS). 

Das Wissen über diese Vorsorgemöglichkeit reicht aber offenbar nicht aus, um tatsächlich für den Fall der eigenen Äußerungsunfähigkeit vorzusorgen: Nur 10 % der Bundesbürger haben für sich eine Patientenverfügung verfasst. Häufiger machen Menschen ab 60 Jahren von dieser Vorsorgemöglichkeit Gebrauch (23 %). Für jüngere Altersgruppen ist dies hingegen kaum ein Thema. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage am 15. und 16. Oktober 2003 mit 1 001 Teilnehmern. 

Die DGHS weist immer wieder darauf hin, dass es für das Abfassen einer Patientenverfügung nie zu früh sein kann. "Der Tod kommt nicht auf Termin", betont DGHS-Präsident Karlheinz Wichmann und fordert gerade auch junge Leute auf, den Gedanken an die eigene Endlichkeit nicht wegzuschieben. Unfall, Krankheit oder Koma sind Ereignisse, die jeden treffen können - zu jeder Zeit und unabhängig vom Alter. Viele Bürger sind offenbar verunsichert über den Wert dieser wichtigen Vorsorge oder verdrängen nach wie vor das Thema. Wichmann appellierte an alle noch Unentschlossenen, sich dieser Auseinandersetzung zu stellen. 

Wer unerwünschte "Apparatemedizin" am Lebensende vermeiden möchte, kann mit einer Patientenverfügung seine Angehörigen und Ärzte bei mitunter sehr schwierigen Entscheidungen entlasten. Die Bundeszentrale für Patientenschutz (BPS, Tel. 0821 / 50 23 66) bietet jeder Bürgerin und jedem Bürger die Möglichkeit zur kostenlosen Hinterlegung der Patientenverfügung. DGHS-Mitglieder genießen - falls nötig - rechtlichen Beistand bei der Durchsetzung ihrer Verfügung. 

Um das Selbstbestimmungsrecht im Bewusstsein der Bürger zu verankern, veranstaltet die DGHS ab dem 1. November eine Woche für das Selbstbestimmungsrecht. Die Patientenverfügung bleibt ein wichtiges Instrument zur Durchsetzung dieses Grundrechts. Informationen zu dieser Woche unter www.dghs.de.

Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) mit knapp 40 000 Mitgliedern sowie zahlreichen Freunden und Förderern setzt sich für das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben ein ... damit das Leben bis zuletzt human bleibt.