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DGHS trauert um Adi Meister

Die DGHS trauert um ihren langjährigen Vizepräsidenten Adi Meister, der am Sonntag, 19. Juli 2015, nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Lesen Sie den Nachruf von DGHS-Präsidentin Elke Baezner:

007 – das war die Mitgliedsnummer von Adi Meister bei der DGHS, deren Vizepräsident er seit sieben Jahren war. Vor allem steht sein Name in großen Lettern auf der Gründungsurkunde der DGHS vom 7. November 1980.

Sein Ziel war damals schon, den Schwerkranken vom Objekt der medizinischen Wissenschaft wieder zum Träger seiner eigenen Entscheidungen zu machen, der selbstständig und eigenverantwortlich über sein Leben, seine Behandlung oder den Verzicht darauf, und damit auch über sein Lebensende bestimmen kann, wenn er das will. Es ging ihm um das Prinzip der Wahlfreiheit im Leben wie im Sterben.

Aber Adi Meister setzte sich nicht nur für die DGHS ein, sondern auch zeitlebens für das Gemeinwohl der Stadt Fürth und ihrer Bürger, insbesondere für die Belange der älteren Mitbürger. So regte er den Bau von Altenheimen der AWO (Arbeiterwohlfahrt) an und leitete sie verantwortlich. Darüber hinaus gründete er die Hans-Weinberger-Akademie, ein Bildungsinstitut der Bayerischen Arbeiterwohlfahrt mit sieben Standorten in Bayern.

In Zeiten des Eisernen Vorhangs knüpfte er Kontakte in die Tschechoslowakei und organisierte einen Kindererholungsaustausch. Nach der Wiedervereinigung ließ er in Thüringen mehrere Altenheime errichten. Als Mitglied des Landes-Seniorenbeirates beriet er sogar das Bayerische Sozialministerium und war seit seiner Jugend für die SPD tätig.

Eine der höchsten Ehrungen verlieh ihm die Stadt Fürth mit dem Goldenen Kleeblatt für sein langjähriges Wirken als Vorsitzender des Seniorenrates, Vorsitzender des Regionalverbandes des Bundes der Steuerzahler und Ortsvorsitzender des Bundes für Geistesfreiheit. Für seine Verdienste um die Seniorenpolitik erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Seiner Frau Hildegard, die ihn treu und effizient bei allen Unternehmungen begleitete, gebührt ebenso viel Ehre. 

Neben den vielen privaten und beruflichen Erfolgen wurde Adi Meister aber auch nicht von schweren Schicksalsschlägen verschont. Sein einziger, hochbegabter, sein geliebter Sohn starb schon in jungen Jahren an Krebs.

Adi Meister wurde im Januar 81 Jahre alt. Sein Leitspruch lautete: „Es kommt nicht darauf an, wie alt man ist, sondern WIE man alt ist.“ Bis vor Kurzem, noch bis im April dieses Jahres,  nahm er aktiv an Sitzungen und Veranstaltungen der DGHS teil, wir standen permanent in telefonischem Kontakt, er gehörte bis zum Schluss dem Vorstand an, interessierte sich für die Belange seiner DGHS, war beratend mitten unter uns.

Mir war er vom ersten Tag meiner Präsidentschaft an ein höchst kompetenter, freundschaftlicher Ratgeber, ein absolut integrer Mitstreiter, ein kritischer, aber stets kollegialer Querdenker, wenn es sein musste. Und einer, der die Arbeit, auch die unangenehme, nicht delegiert hat,  sondern die Ärmel hochkrempelte und die Probleme, z. B. im Personalbereich, für den er im Vorstand der DGHS verantwortlich zeichnete, mit ebenso viel Sachverstand wie Menschlichkeit geregelt hat.

Eigenständiges Denken und mitfühlendes Handeln im Interesse seiner Mitbürger, so wird Adi Meister uns in Erinnerung bleiben.

Adi Meister wusste um seine Krankheit, er wusste, wie es um ihn stand, er wusste, dass er sterben würde. Er hat keinen Freitod gewählt, er hat für seine persönliche individuelle Situation zusammen mit seiner Familie die Entscheidung getroffen, einen natürlichen Tod anzunehmen.

Ein starkes Signal für das Selbstbestimmungsrecht und das Recht auf Wahlfreiheit am Lebensende, Ziele, die die DGHS schon lange fordert. Adi Meister hat damit Spuren hinterlassen, die für uns alle unauslöschlich sind.

Ein Freund hat uns verlassen. Aber wir werden unsere Arbeit in seinem Geiste weiterführen. Wir sind in Gedanken auch bei seiner lieben Frau, der wir von Herzen unsere ehrliche Anteilnahme aussprechen.

Elke Baezner

Präsidentin DGHS e.V.

Foto: Adi Meister im Frühjahr 2015 bei einer Diskussionsveranstaltung. Bild: Aneftis Aslanidis

 

Früherer DGHS-Vizepräsident Karl-Heinz Blessing gestorben

Die DGHS trauert um Karl-Heinz Blessing, ihren ehemaligen Vizepräsidenten (1998 – 2006) und langjährigen Kontaktstellenleiter sowie ehrenamtlichen regionalen Ansprechpartner (bis 2010) in Kerpen bei Köln. Blessing (Jahrgang 1935) verstarb nach langer schwerer Erkrankung am 5. Juli 2015 im Alter von 80 Jahren. Bekannt geworden war Blessing durch zahlreiche öffentliche Auftritte, auch im Fernsehen, in denen er vehement das Recht auf Selbstbestimmung bis zum Lebensende einforderte.
Mit Blessing verliert die DGHS einen Mitstreiter und Vordenker der ersten Stunde, der gleichermaßen wegen seiner fachlichen Kompetenz und menschlichen Qualitäten geschätzt und beliebt war. 

Seien Sie dabei – ganz ohne Verpflichtung! (Nur für Nicht-Mitglieder)

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Ideelle Unterstützer für die DGHS gesucht
Um in der Politik und öffentlichen Meinung noch stärker Präsenz zu zeigen, vor allem zu  demonstrieren, dass für viele Menschen das selbstbestimmte Sterben eine wichtige  Forderung ist, benötigen wir viele Unterstützer. Diese müssen nicht zwingend  DGHS-Mitglied sein. Daher bitten wir Nicht-Mitglieder herzlichst, dieses Blatt zu  unterschreiben.
Ja, ich unterstütze die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) mit meiner Unterschrift ideell, weil ich deren Ziele und den Einsatz für Selbstbestimmung bis zum Lebensende befürworte, gehe damit aber keine weiteren Verpflichtungen ein.
Als Dank dafür erhalte ich die DGHS-Mitgliederzeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“
(HLS) kostenlos zugeschickt (als PDF per E-Mail oder postalisch). Mir ist bewusst, dass ich keinen Anspruch auf Mitgliederleistungen der DGHS habe.

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Bundestagsdebatte zum Thema Sterbehilfe

Der Bundestag debattierte am Vormittag des 2. Juli in erster Lesung über Sterbehilfe und Sterbebegleitung. Im Herbst soll ein Gesetz dazu verabschiedet werden. Die Hälfte der Abgeordneten ist noch unschlüssig, wie sie sich entscheiden soll. Es gibt vier verschiedene parteiübergreifende Vorschläge zum Umgang mit todkranken Menschen.
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...mehr zu den parteiübergreifenden Vorschlägen