Präsidium

Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher, Jahrgang 1946, Präsident
"Die Option eines selbstbestimmten Sterbens sollte niemandem vorenthalten werden. Natürlich sollte niemand gedrängt werden, diese Option zu ergreifen. Aber die Gewährung eines Rechts ist keine Verpflichtung. Sie gewährt einen Freiraum, ohne gleichzeitig dazu aufzufordern, ihn zu nutzen."

RA Prof. Robert Roßbruch, Jahrgang 1953, Vizepräsident
„Von besonderer Bedeutung ist für mich das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende, also in einer Lebensphase, in der der Mensch wegen Krankheit, Pflegebedürftigkeit und hohen Alters besonders vor nicht erwünschten paternalistisch-fürsorglichen Handlungen seitens der Ärzte, Pflegekräfte, aber auch Angehöriger zu bewahren und dessen Willen am Lebensende Geltung zu verschaffen ist."

Sonja Schmid, Jahrgang 1957, Vizepräsidentin
"Nach meiner Ausbildung zur Juristin verfolgte ich mit Interesse und Engagement die Einfügung des Rechtsinstituts der Patientenverfügung im Bürgerlichen Gesetzbuch. Es ist mein Anliegen, die (abstrakten) Rechte der Patienten in den konkreten –oft leidvollen- Situationen zu stärken und so die Verständigung zwischen Arzt und Patient oder zwischen Heimbewohner und Pflegenden zu verbessern."

Dr. med. Matthias Bernau,  Jahrgang 1943, Beisitzer
"Als Frauenarzt habe ich noch die Zeiten erlebt, in denen der Schwangerschaftsabbruch verboten war. Seine Durchführung in der Illegalität hatte zu vielen schweren Gesundheitsschäden, zu Todesfällen und menschlichen Tragödien geführt. Erst die Rücknahme des Verbotes ermöglichte die Verminderung der Folgeschäden. Die Analogie liegt auf der Hand: strafrechtliche Sanktionen sind ein gänzlich ungeeignetes Mittel um gute Lösungen zu erwirken – gleichermaßen beim jetzt erlaubten Schwangerschaftsabbruch wie bei der seit 2015 verbotenen ärztlichen Suizidassistenz! Der § 217 StGB steht im Widerspruch zum Recht auf Selbstbestimmung jedes Menschen, das auch das eigene Sterben umfasst und von der Verfassung garantiert wird."

Evelyne Gläß, Jahrgang 1954, Schatzmeisterin
„Selbstbestimmung in allen Bereichen ist der rote Faden in meinem Leben. Ganz wesentlich gehört dazu die Selbstbestimmung über die Art und den Zeitpunkt meines Lebensendes. Ich möchte in einer Welt leben, in der alle entscheidungsfähigen Menschen dieses Recht haben und dabei falls nötig auch ärztliche Unterstützung erhalten.“

Dr. med. Gerhard Köble, Jahrgang 1951, Beisitzer
„Meiner Meinung nach gehört es zum Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen – auch in Deutschland – dass er unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einer Freitodbegleitung haben sollte.“