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Unerschütterliches Vertrauen. Neue forsa-Umfrage der DGHS: Bevölkerung würde Medizinern vertrauen, die einem schwerstkranken Menschen zum Tod verhelfen

Die große Mehrheit der Bevölkerung (84 %) würde ihrem Hausarzt das Vertrauen nicht entziehen, wenn dieser einem unheilbar kranken Patienten bei der Selbsttötung geholfen hätte. Und selbst bei der - in Deutschland verbotenen - aktiven direkten Sterbehilfe sähe nur eine Minderheit (20 %) das Vertrauen zu ihrem Hausarzt erschüttert. Für 74 % der Bevölkerung hätte dies hingegen keine Folgen. Das sind die Ergebnisse einer Repräsentativ-Umfrage durch forsa im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) mit 1 002 Personen im Erhebungszeitraum 13. und 14. November 2003.

Auch die Mehrheit der Christen sieht bei ärztlicher Freitodhilfe keinen Vertrauensverlust (evangelische: 83 %, katholische: 81%). Analoges gilt für die aktive direkte Sterbehilfe: Sie ist für 72 % der Katholiken und für 72 % der Protestanten kein Grund für einen Vertrauensentzug.

Die Ergebnisse sind insbesondere auch deshalb bemerkenswert, weil in der Fragestellung darauf hingewiesen wurde, dass aktive direkte Sterbehilfe derzeit in Deutschland verboten ist. Selbst dann also, wenn der Hausarzt eine illegale Handlung vollzogen hätte, würde die große Mehrheit ihm dennoch vertrauen.

Wer den so genannten "Sterbetourismus" in liberalere Nachbarländer verhindern will, muss Regelungen im eigenen Land schaffen. Man darf wohl davon ausgehen, dass die meisten jener Patienten, die zum Sterben in die Schweiz fahren, es vorgezogen hätten, auf die - oft beschwerliche - Reise zu verzichten und stattdessen lieber in Deutschland im eigenen Bett, umgeben von nahestehenden Menschen, gestorben wären. Wenn dies derzeit so bei uns nicht möglich ist, liegt das auch an der verfassten Ärzteschaft, die sich in ihrer kategorischen Ablehnung der Suizidbeihilfe selbst für einen eng begrenzten Patientenkreis unnachgiebig zeigt. Ihr wird es künftig schwerer fallen, sich dabei auf das angeblich bedrohte Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient zu berufen.

Hinweis an die Redaktionen:Gerne senden wir Ihnen die ausführliche Dokumentation auf Anfrage zu.

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